15.08.05

Zu Gast bei den Mellers (by Alex)

Folgenden Bericht gibts ebenfalls unter: http://www.themellers.de/
Die dazugehörigen Bilder findet man ebenfalls bei den Mellers in der Rubrik Bilder. Stichwort Sigmaringen 2005

Hier nun meine sehr witzige Exkursion:
Wie komm ich nur zu der Ehre, für den Mellers einen Tourbericht zu verfassen? Ganz einfach: Geiz. In meiner Naivität dachte ich, ist ja grad geschickt, dass bei den Mellers ein Platz im Sprinter noch frei ist. Da muss ich schon nicht selber nach Sigmaringen fahren. Tja, das sollte ich noch bereuen…

Die Bande kam also bei mir zuhause vorbei und dann gings los. Hinter uns fuhr der Ruasel, weil er direkt nach dem Gig noch zur Schildi-Party musste, was immer das auch heißt. Schnell ein Bier in die Hand und schon kam die tolle Idee vom Rupfle, dass ich ja irgendwie eine Gegenleistung für die kostenlose Fahrt erbringen müsste: Na toll, ich darf den Tourbericht schreiben, aber dabei sollte es natürlich nicht bleiben. Alle niedrigen Aufgaben (so was wie Keyboards aufbauen) wurden mir noch angedroht. Allerdings hatte ich auch Aussicht auf kostenloses Catering und Kaltgetränke, und so war ich doch gleich überredet.

Nach der sehr kurzweiligen Fahrt, gespickt mit Geschichten von vergangenen Auftritten, sexuellen Fantasien und äußerst interessanten Ausführungen über Botzes ehemaliges Wohndomizil in Sigmaringen (gähn) fuhren wir noch einen kurzen Umweg zum Bahnhof, wo der leicht gereizte Nico schon auf uns wartete. Dummerweise musste er auf der Fahrt von Ulm nach Sigmaringen dem Liebesspiel eines sehr attraktiven Mädels mit Ihrem grottenhässlichen Freund (laut Nico) lauschen, und das auch noch direkt hinter Ihm. Na ja da gibt's doch echt schlimmeres.

So kamen wir dann gegen halb sechs auf das von ca. 65 Securities und zahllosen Polizeibeamten bewachte Festivalgelände. Kurze Zeit später folgte dann noch unter lautem "Pow pow" (sprich: pauh-pauh) und "na also geht doch" Rufen der Hansi und die erste Band des Festivals fing schon mal an. Währenddessen durfte ich gleich mal den Sprinter ausladen und wurde von Kalli zum offiziellen Kamerakind für diesen Abend ernannt. Eigentlich bin ich ja zum Feiern gekommen, aber wie gesagt, was tut man nicht alles für ein paar Getränke (es gab sogar importierten Rum!) und was zwischen die Rippen.

Während dem Auftritt war ich also damit beschäftigt, an einigen gut-genährten Bäuchen vorbei, die Band ins rechte Licht zu rücken. So langsam kamen dann auch die ca. 700 Zuschauer in Stimmung und genossen die Musik bei untergehender Sonne. Trotz des Technikers, der laut eigener Aussage mit einer Band in der Größe überfordert war und einigen Rückkopplungen lieferten die Mellers wie gewohnt einen guten Gig ab und verabschiedeten sich nach einer Stunde wieder von der Bühne. Danach folgten "greenfrogfeet" – eine Punkrockband aus Regensburg. Zum Gig selber kann ich leider nichts sagen, weil es nun was zu essen gab. Endlich hatten sich die ganzen Strapazen ausgezahlt!

Beim Auftritt von Beat Olympic, der ehrlich gesagt auch völlig an mir vorbei ging, kümmerte sich Nico um die Fanbetreuung, während wir anderen den Punkrockern von greenfrogfeet mal so richtig zeigten, wie man Jägermeister trinkt. Wobei man nicht unbedingt wie der Hanson nach dem Trinken das Glas, besser gesagt den Becher, an der Stirn zertrümmern muss.

Nach Auftritt des Headliners Emil Bulls, die wirklich richtig geil rockten und deshalb auch vom Hanson gleich zu seiner neuen Lieblingsband erkoren wurde ging der Spaß dann so richtig los. Im Backstage-Zelt saßen immer noch die Punkrocker und kämpften mit den letzten Tropfen Jägermeister. Da der Kalli aufgrund seiner angeregten Unterhaltung mit einem Zuschauer von all dem nichts mitbekommen hat, wurde er mitsamt Gesprächspartner und Sessel erst mal vors Zelt gestellt. Irgendwann kam dann auch der Eberle von seiner erfolgreichen Fotosafari zurück und auch der Nico beendete die Fanbetreuung. Nach dem Genuss weiterer alkoholischer Getränke kam plötzlich die Idee auf, dass man ja noch einige Gesellschaftsspiele machen könnte. Nach exzessivem Kommando Bimperle und einer äußerst seltsamen, dem Paarungstanz schweizerischer Ureinwohner nicht ganz unähnlichen Gesangs- und Tanzperformance konnte nur noch eines dieses Schauspiel toppen: Hansons unnachahmliche Kondom-zur-Nase-reinzieh-und-zum-Mund-wieder-raus-holen Show. Vielleicht finden das einige eklig, wenn man sich auf diese Weise den Rachen poliert, aber ich kann nur sagen: Das war GANZ GROSSES KINO! Tja das mussten die Jungs von grennfrogfeet erst mal toppen.

Wie es sich für gestandene Punkrocker gehört wurde schnell ein weiteres lustiges Spiel aus dem Ärmel geschüttelt. Das bestand daraus, dass man von einem Punkt zum anderen rennt. Dort ein Bier auf ex schüttet und dann mit einer Hand auf dem Boden sich zehnmal im Kreis dreht. Danach gings wieder zurück zum Ausgangspunkt. Ohne mich jetzt aufzuspielen hab ich's als einziger ohne Sturz bewältigt, während die anderen auf der Fresse landeten! Das ist halt Körperbeherrschung. Und die kleinen Brocken, die sich während des im Kreise drehen in meinem Mundraum sammelten hab ich auch gleich wieder geschluckt. Das soll mir mal einer nachmachen…
Um diese Leistung zu übertreffen blieb dem Sänger von greenfrogfeet (der übrigens Rudolf heißt) nichts andres übrig, die Hosen runter zu lassen und die Aufgabe mit blankem Arsch und 20 Umdrehungen zu absolvieren. Zur Belohnung für diese Tat erhielt er dann auch prompt die Siegesflasche, die er voller Stolz mit seinem Allerwertesten präsentierte. Der Kalli hat von dem ganzen natürlich nix mitbekommen, weil er sich immer noch mit dem Typ unterhielt. Nach dem der Nico ihm versucht hat alles noch mal zu erklären und er es sich nicht vorstellen konnte, entschied sich der Hanson, ihm speziell die Szene mit der heruntergelassenen Hose nochmals vorzuspielen. Als die Jungs von Emil Bulls die völlig aus dem Zusammenhang gerissene Szene beobachteten meinten sie nur: "Ich hab dem doch gesagt er soll unseren Whiskey nicht pur trinken." Das konnten sie natürlich auch nicht einordnen. Unbestätigten Berichten zu folge soll irgendjemand auch noch randaliert haben und einen vollgedeckten Biertisch umgeschmissen haben. Aber davon hab ich nichts mitbekommen.

Auf der Heimfahrt versuchte der Nico dem Kalli das alles noch mal klar zu machen, aber irgendwie war er ja selber Schuld dass er nicht mit von der Partie war. Nach einem kurzen Orientierungsstopp und einem darauf folgenden unglücklichen Sturz vom Hanson wurde dann die Fahrt mit leicht demolierter Innenausstattung fortgeführt. Glücklicherweise hat sich der Hanson dabei nur leicht den Kopf gestoßen.

Es hat sich also mal wieder gezeigt, dass man sich auch sehr gut ohne Alkohol amüsieren kann und dass die Mellers fast so gut feiern können wie die Bluesblasters. Aber das nächste Mal, da trinken wir mal richtig!