19.08.05Kappel und der Tag danach... (by Happy)
Nun, was soll ich sagen. Daß das Leben als Musiker keine leichte Aufgabe ist, dessen sind sich die meisten ja bewusst. Aber manchmal kommt es noch schlimmer...
Da war er nun, der besagte Gig in Kappel. Und wie immer war die Stimmung bestens und der Kühlschrank im Backstage gefüllt bis zum Dichtungsgummi.
Nach getaner Arbeit gingen wir zum gemütlichen Teil über, gespickt mit ständigen Wanderungen zwischen Kühlschrank, Cocktailbar im Freien und der Bar im Landjugendheim.
Ich hab an dem Abend mindestens 20 km runtergerissen, aber stets mit dem Gedanken an den nächsten Tag im Hinterkopf. Da sollte nämlich auf mein Probehäuschen ein neues Dach kommen. Das alte war nicht mehr ganz dicht, was manche auch von dem Typen behaupten der darunter haust... Nun ja, der Zimmermann war auf 8 Uhr bestellt, und ich sollte Ihn natürlich tatkräftig unterstützen!
Auf genaue Einzelheiten des Abends will ich hier nicht näher eingehen, doch plötzlich war es da, das Problem: die Sonne hatte den Mond besiegt. Als pflichtbewusster, vernünftiger und mannesstarker Kerl, der ich nunmal bin, setzte ich mich sofort in mein Auto, welches hinterm Zelt stand, um... nein nicht um zu fahren... sondern um telefonisch jemanden zu finden der mich sofort abholt. Nach zahlreichen vergeblichen Versuchen wollte ich schlechten Gewissens meine Mum anrufen, doch just in diesem Momemt überkam mich wohl die Müdigkeit............
............... Ich wachte auf. Als ich nach geraumer Zeit endlich wusste wo ich war und mein Genick unter Höllenqualen wieder in eine aufrechte Position gebracht hatte, schaute ich auf die Uhr und auf mein Handy. Doch beide verrieten nichts Gutes. Die Uhr zeigte 12.04 Uhr und mein Handy 14 Anrufe in Abwesenheit (obwohl ich doch da war), allesamt von meinem Elternhaus. Und schon wieder klingelte es. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie gern ich da NICHT drangegangen wär!! Auf dem Display erschien nämlich eisenhart das Wort "Heimat". Nach einem sehr sehr sehr kurzen Gespräch mit meinem Vater war mir sofort klar, ich muss weg!! Die brauchen meinen Körper! Was mir allerdings noch nicht klar war: meine Mutter hatte den kompletten Morgen über alle Adressen wo sie mich vermutete entweder angefahren oder angerufen, sodass mittlerweile ganz Oberschwaben wusste dass ich verschollen war. Ist schon ein tolles Gefühl wenn sich alle um einen sorgen, denn die nächsten Tage hat sich fast jeder den ich getroffen hab nach meinem Verbleib erkundigt. Ich versteh auch gar nicht warum die dabei immer so ein komisches Grinsen im Gesicht hatten...???
Auf jeden Fall hab ich dann sofort das Auge, welches noch nicht ganz geradeaus schaute, zugemacht und bin zur Arbeit gefahren.
Was ich mir den Tag über noch so anhören musste kann ich hier leider nicht wiedergeben, da auf meiner Tastatur die Totenkopf- und Fischgrätensymbole fehlen...
Das war er nun, der Tag danach, und für alle die's noch nicht wissen:
ICH KOMM IMMER DANN WENN ICH DA BIN