13.09.05

Der Bus - thank you, Schlage & Co. (by Wolferl)

Wir spielen ja oft und gerne in der Bodenseeregion und Oberschwaben, jedoch ist es immer ein Highlight, wenn's ein paar Kilometer weiter geht und wir nicht mit den eigenen PKW fahren. Wie geht das ab?

Wir leihen uns einen Bus: Meist bekommen wir netterweise den schwarzen, uralten Ford Transit von Moskovskaya. Dieser Bus ist ein umgebauter Sanka aus den 70ern, mit heute noch funktionierender Dachlüftung, dicker Hifi-Anlage inkl. SKA-CDs und einer Menge Literatur für Männer. Die eingebaute Dachlüftung ist unglaublich wichtig, weil man ohne sie ersticken müsste. Und wegen der paar Qualmer die Fenster zu öffnen wäre zumindest im Winter einfach zu kalt.

Im Bus selber gibts 9 Sitzplätze, davon drei gegen die Fahrtrichtung, die nix für schwache Magen sind. Da wir aber 12 Leute sind, dürfen eh nur 9 mit und drei müssen mit einem PKW hinterhergondeln. Anschnallen auf den hinteren Plätzen ist Fehlanzeige, auch ist es schwierig, zwischen den vielen leeren Bierkästen und anderem Gedöns die Füße zu platzieren. Da fällt mir ein Aufkleber ein, den ich mal auf einem alten Auto gesehen habe: "No AIRBAG, wir sterben wie Männner!" Aber macht nix, weil hier ist am meisten Spaß angesagt!

Aus normalen Kurven wird ein Achterbahnerlebnis, bremsen sollte man schon 4km vor der Autobahnausfahrt und enge Kurven in langsamer Geschwindigkeit sind nur mit extremen Hanteltraining zu schaffen. Servolenkung gibts nicht. Man denkt nie und nimmer, welche Strecken Moskovskaya mit diesem Bus schon gefahren sind. Ich glaube, die waren mit dem Teil sogar schonmal in Russland auf Tour. Aber sie haben ja auch immer einen Mechaniker dabei.

Meist fahrt Harry den Bus, da sein Lieblingsgetränk Spezi ist. Bis alle Bluesis wieder zuhause sind, kann das schon einige Stunden dauern und Harry ist unglaublich geduldig. Zumindest meistens.

Wir hatten früher auch einen eigenen Bandbus, der lief aber nur ca. 50km/h und war auch viel kleiner. Gottseidank sind die Musikerkollegen von Moskovskaya so nett und leihen uns hin und wieder ihr Kultgefährt - bis wir uns selbst einen leisten können - dafür ein dickes Dankeschön!