26.10.05Knapp ein Jahr… (by Flo)
…das ist nicht "nur" der Bandname einer Country Band, sondern so möchte ich diesen Eintrag überschreiben.
Vor ziemlich genau einem Jahr, es war ein Mittwoch kurz nach 20h. Ich lag grad in der Badewanne und hab mich auf ´nen schönen Champions-League-Fernseh-Abend vorbereitet, da klingelte mein Handy. "Dopfer Alex, hallo Flo…" - kurz darauf stand ich vor DER Entscheidung, die mein Leben verändern sollte. Ein Star am Volksmusikhimmel, goldene Löffel, große Autos (…) oder eben mit einer Soul- und Bluesband in verrauchten Spelunken muggen.
Nach tagelangen Überlegungen, etlichen Sitzungen des Familienrates und einer abschließenden Urabstimmung wurde mit knapper Mehrheit gegen die Fußstapfen von Karl Moik (Fernsehen, Prominenz und viel Geld) gestimmt und genau seit dem Zeitpunkt mach ich diese Musik für den Bauch (ist vorhanden) – und die Beine (sollten dringend mehr gebraucht werden) – und für die Ohren (ich hör nichts mehr – danke Alex!).
Genau so, oder so ähnlich begann meine steile Karriere mit den Bluesblasters, die letztens wieder einen ihrer Höhepunkte hatte.
Natürlich gab es das ganze Jahr über sehr viele lustige und auch gut organisierte Auftritte, aber dann kam der legendären "Club Vaudeville"…
Es war eigentlich ein ganz normaler Samstag. Meine Kids haben mich trotz der "Nachtschicht" mit dem Blosprojekt um 7 Uhr aus dem Bett geworfen, denn sie hatten ja ausgeschlafen. Nach einem sehr müden Vormittag ist mir dann nach dem Mittagessen eingefallen "sch… ich muss ja noch dringend die neue Nummer für heut abend raushören." Doch – wo war denn jetzt schon wieder diese blöde Probe-CD? Nach ewigem suchen, ich hab's schon fast aufgegeben, hab ich sie ca. 1 Stunde vor dem geplanten Abfahrtstermin endlich gefunden. Jetzt aber hurtig, denn der Bus war ja gleich auf dem Weg zu mir. Total unter Stress hat es dann grad noch so geklappt, bevor der Bus bei mir zu Hause im Hof einfuhr. Und dann – großes Tohuwabohu, denn meine Mädels (meine Kinder) wollten unbedingt mit dem Bus mitfahren. "Nein…Nächstes Mal…Schnell…Ende…Tür zu…ABFAHRT…Harry faaaaaaaaaaaaahhhhhhrrrrrr!"
Nach einer kurzen Aklimatation im Bus (bis das Bier endlich geöffnet war) haben wir begonnen uns prächtig zu unterhalten. Man hat die letzte Probe noch ausdiskutiert und ist dann zu den üblichen (Männer-) Gesprächen übergegangen.
Unser Ziel war ja Lindau und dort der Club schlechthin. Vaudeville – jeder hat sich darauf gefreut und war äußerst gespannt, was uns erwarten würde. Wir sollten nicht enttäuscht werden. Ein sehr professionelles Ambiente erwartete uns!
Endlich angekommen sollten wir schnell die Backline aufbauen, doch so schnell ging das gar nicht, denn es lag einköstlicher Geruch in der Luft. Wer kocht denn da? Es stellte sich heraus, dass neben dem Backstagezimmer in einer kleinen Küche zu Punk-Musik gezaubert wurde. Ein wirklich köstliches Mahl, das uns nach dem Soundcheck entgegenlachte.
Mit dickem Bauch (noch dicker wie eh schon!) begann dann die Show. Hier überzeugte auch die technische Crew vom Club Vaudeville.
Nach dem üblichen kleinen Feierabendbier haben wir dann total übermüdet die Heimreise angetreten, denn um 7h hieß es wieder "Papa, was spielen wir…?" Da kommt jetzt die Zugabe…